Chronik der Musikgesellschaft Bützberg

Vorwort 


Liebe Leserinnen und Leser

Eine Musikgesellschaft, die auf 125 Jahre bewegtes Vereinsleben zurückblicken kann, hat sicher vieles zu erzählen. Bewusst haben wir darauf verzichtet, eine eigentliche Chronik abzudrucken. Vielmehr soll diese Form der Festschrift die Geschichte mit verschiedenen Bildern und Texten aus Archiven und alten Protokollen erzählen. Wenn sich in dieser Zeit auch noch so vieles verändert haben mag, so sind doch Ziel und Zweck der Musikgesellschaft immer noch dieselben geblieben. Dies wird illustriert durch verschiedene Fotos und Protokoll-Ausschnitte aus den vergangenen 125 Jahren. Wir hoffen, mit Amüsantem und Wissenswertem aus dem Vereinsleben dem interessierten Leser dieser Schrift einen Einblick in die Geschichte der Musikgesellschaft Bützberg geben zu können. Sicher gäbe es noch manche lustige Anekdote zu erzählen. Dies überlassen wir gerne unseren verdienten Veteranen und Ehrenmitgliedern, welche während unseres Jubiläums viele interessierte Zuhörer finden werden.

Doch blicken wir zurück ins Jahr 1893; Es war sicher eine belebte Zeit. In Europa wurde die Mitteleuropäische Zeit eingeführt, Bahnen wurden gegründet, gebaut oder fuhren bereits. Karl May schrieb seine Winnetou-Bücher, der Dieselmotor wurde patentiert, der FC Basel gegründet. Dem wollte man im Oberaargau nicht nachstehen und man gründete Musikgesellschaften, so in Rütschelen, Thörigen, Obersteckholz und Bützberg.

Impressum
Musikgesellschaft Bützerg
Paul Pfäffli (Recherche und Text)
Thomas Pfäffli (Bildbearbeitung, Homepage und Facebook)


Dieser Bericht wird während des Jubiläumsjahres kontinuierlich ergänzt bzw. unsere Geschichte weiter erzählt. Also schauen Sie regelmässig auf unsere Homepage. Der Bericht ist chronologisch aufgebaut (das neueste zuoberst). 

Bildmaterial, Protokolle, Zeitungsauschnitte etc. sind jederzeit gerne willkommen unter paul.pfaeffli@mgbuetzberg.ch .

 
1960 Unsere Blechblas-Instrumente
 
Geschichtliches:
Schon früh in der vorchristlichen Zeit wurden Hörner verwendet, um akustische Signale zu verbreiten z.B. bei der Armee als Alarmhörner, bei Nacht- oder Feuerwachen, zum selben Zweck.
Später wurden sie auf Schlachtfeldern eingesetzt, um durch grossen Lärm Verwirrung zu stiften (Jericho).
Waren es in früher Antike vor allem Rinder- oder sonstige Tierhörner, welche zu diesem Zwecke präpariert wurden (teilweise schon etwas gestimmt), damit man mit mehreren Hörner verschiedene Töne erzeugen konnte.

 

 

Nicht zu vergessen sind sicher die verschiedenen Holztrompeten und Hörner, welche in allen Teilen der Welt angefertigt und schon sehr früh konzertant eingesetzt wurden. Unser am besten bekanntes Alphorn oder Hirtenhorn (Büchel), welche seit dem 16. Jahrhundert in seiner Vollendung kaum mehr verändert wurde, gehört sicher auch zu diesen Vorfahren.

  

 

Mit der Entdeckung der Metalle eröffneten sich ganz neue Möglichkeiten. Man konnte durch die Variierung verschiede langer Röhren auch verschiedene Töne erzeugen und war dadurch in der Lage mit mehreren Instrumenten im Wechsel eine Melodie zu spielen.
Diese Instrumente wurden bei den Römern eingesetzt als Fanfaren in den grossen Arenen, oder später bei den Turmbläsern. 

 

 

Mit der Zeit wurde das abnehmbare Trichter-Mundstück erfunden, womit man den Ton viel besser kontrollieren konnte. Später wurde das Kessel-Mundstück entwickelt, welches einen runderen Ton erzeugt.
 
So richtig Literatur spielen konnte man mit diesen Instrumenten noch nicht. Also fertigte man mit verschieden langen Röhren und konnte so die Tonhöhe ändern, indem man das Mundstück umsteckte.

 

 

Durch die Erfindung der Ventile seit 1813 von Heinrich Stölzel und Friedrich Blühmel kamen die Klappeninstrumente mit Blechbläser-Mundstück allmählich außer Gebrauch. Aufgrund seiner einfacheren und daher billigeren Bauart konnte sich das Klappenhorn aber lange noch als „Volksinstrument“ halten. Das Saxophon ist eine Art Weiterentwicklung des Klappenhorns mit Klarinetten-Mundstück.

 

 

Bis um ca. 1860 hatten aber solche Instrumente nur 2 Ventile. Erst mit dem 3. Ventil wurde ein komfortables Spielen erst möglich, was sicher nebst der politischen Möglichkeit die Gründung vieler Blasmusikvereine ermöglichte.


Im Jahr 1954

Nach den 60 Jahre Jubiläumsfeierlichkeiten (das 50 Jahre Jubiläum wurde wegen dem Krieg nicht gebührend gefeiert), wurde an der Hauptversammlung der neue Vorstand gewählt. Neuer Präsident wurde Fritz Gerber, der neue Sekretär wurde Ernst Jutzeler vom Gashof Tell, welcher mit viel Eifer dieses Vereins-Organigramm erstellte.

Leider hat diesem wertvollen Zeitzeugen der Zahn der Zeit schon sehr zugesetzt.

Wir schreiben das Jahr 1953.

Die Musikgesellschaft begeht ihr 60-jähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass wird das Fotobild im Vereinslokal erneuert. Hier sind einige Musikanten abgebildet, deren Söhne sich unter unseren aktuellen Veteranen befinden.


Impressionen der Marschmusik am

Musiktag 1938 in Gondiswil.

 

 

Die älteste noch erhaltene Fahne aus den Jahr 1933

 

 

Hier einige Anmerkungen zu Bützberg

 
Die Entwicklung zum Gewerbedorf begann 1710, als Bützberg an die neue bernischen Staatsstrasse zu liegen kam. Um 1780 war Bützberg mit 31 Häusern und Wirtshaus bereits wichtigster Thunstetter Weiler. Die Einwohner waren auf Zusatzerwerb zum Ackerbau angewiesen: Torfabbau, Heimweberei, im 19. Jahrhundert auch Strohflechterei und Holzschuhfabrikation. Eine Käsehandelsfirma bestand 1861-1914.
 
Der Anschluss an die Bahnlinie Olten-Bern (1857-1983) und die Nähe zu Langenthal förderten die Industrialisierung: Glas- (1903), Schuhcrème- (1920), Zichorien- (1932) und Möbelfabrik (1947). Seit den 1960er Jahren diversifiziert die Industrie weiter (Mühlen-, Maschinen-, Apparate- und Küchenbau, Lagerhäuser).
 
Heute konzentrieren sich Wirtschaft und Bevölkerung Thunstettens in Bützberg das seit 1924 auch Sitz der Gemeindeverwaltung ist.
 
Viele unserer Musikanten waren Bauern oder arbeiteten als Büezer in den erwähnten Gewerbebetrieben.
Sicher waren unsere Gasthöfe auch nicht unbeteiligt am Gedeihen unseres Vereins, dienten sie doch als Versammlungs- und Probelokale

Alle Fotos um ca. 1911 (Quelle: Internet)



Gasthof Kreuz

 

Restaurant Tell, ehemals Restaurant Jutzeler

 

 

Die Ortsdurchfahrt Bützberg um ca. 1911 mit dem alten (nicht mehr bestehenden) Schulhaus.

 

Restaurant Forst, ehemals Wirtschaft zum Forst

 

Konzert und Theater
vom 27.02. und 06.03.1910 im Gasthof Wilhelm Tell 
Theaterstück "Den Kampf gewonnen, das Vaterland verloren!"

 

 

Vereinsfoto bzw. Portraits von 1908.

 

Hauptversammlung vom 14.02.1907

 

Das erste Vereinsfoto der Musikgesellschaft Bützberg im Jahre 1896.

 

Vorstandsitzung vom 28.07.1895
(Inventar der Instrumente).

No. 1 Krönungsmarsch war der erste Marsch bzw. das erste Stück überhaupt, welches die Musikgesellschaft Bützberg 1893 eingeübt und gespielt hatte.

 

Vereinsversammlung vom 11.06.1893.

 

Die Gründungsmitglieder und gleichzeitig der erste Vorstand der Musikgesellschaft Bützberg.

 

Die ersten Statuten vom 21.05.1893.

 

Gründung
Am 21. Mai 1893, Sonntag nachmittags, um 14.00 Uhr, wurde im Gasthof Kreuz in Bützberg unser Verein gegründet. Anwesend waren sieben Mitglieder.